Rassen

(Geschichtliches zusammengestellt aus "Hunde" von Werner Dausien/Hanau, "Hunderassen" von David Alderton, "Border Collies" von Dr. Hans Alfed Müller)


Bearded Collie

"Nach historischen Quellen aus dem Jahre 1514 wurde ein Rüde und zwei Hündinnen der polnischen Tieflands-Schäferhunde (Owczarek Nizinny) im Tausch gegen ein Paar Schafe nach Schottland gebracht. Sie wurden zu den Ahnen des Bearded Collie und ihr Blut fließt auch in den Adern des Sheltie."

"Der Bearded Collie hat eine gewissen Ähnlichkeit mit dem Bobtail, ist aber viel leichter und schlanker gebaut. Den ziemlich langen, athletischen und geschmeidigen Körper bedeckt ein mittellanges, etwas struppiges doppeltes Haarkleid. Der fleißige und willige Arbeitshund wird als Familien- und Begleithund immer beliebter."


Border Collie

"In England und Schottland entstanden im 16. Jahrhundert Hütehunde, aus denen sich allmählich die Collies als hochgeschätzte Helfer der Schäfer entwickelten. Vor allem auf großflächigen, kargen Weiden wurden diese Hunde zum Sammeln der Tiere und die Betreuung und Pflege der Herde unentbehrlich. In einer damals noch in Lateinisch verfassten Schrift "De Canibus Britannicus" werden Mitte des 16. Jahrhunderts mittelgroße Hütehunde beschrieben, deren Führung durch den Schäfer und deren Arbeitsweise an der Schafherde an die heutigen Border Collies denken lässt. Seinen Ursprung hat der Border Collie im Schottischen Grenzgebiet (Border = Grenze). Die Herkunft und die Bedeutung des Wortes "Collie" ist dagegen nicht gesichert." Der Border Collie zeigt Charme und Anmut, ist aufmerksam, klug und sportlich. Er bewegt sich elegant, frei und mühelos. Er ist liebenswürdig, anhänglich und sehr anpassungsfähig.


Collie (Kurzhaar und Langhaar)

"Unter den rauhen klimatischen Bedingungen Schottlands ist eine der schönsten Schäferhundrassen, der Collie, entstanden. Sein Name ist von einer Schafrasse abgeleitet, die im 18. Jahrhundert in Schottland gehalten wurde. Die Schafe hatten ein schwarzes Gesicht und schwarze Beine und wurden als Colley bezeichnet und die Hunde, die die Herden bewachten und hüteten, wurden Colley dogs genannt. Die erste Abbildung dieser Hunde, die im Unterschied zum heutigen Collie kein so langes und schönes Fell besaßen, stammt aus dem Jahre 1790. Die Colley dogs wurden mit dem Irish Setter und dem Barsoi gekreuzt, von dem sie einige Merkmale des Schädels, den schmalen Brustkorb und das Gangwerk geerbt haben. So ist allmählich der Collie in seiner heutigen Gestalt entstanden. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Collie eine verhältnismäßig unbekannte Rasse und seine Popularität begann erst mit den ersten Ausstellungen zu steigen. Die Wandlungen der Mode haben bewirkt, dass diese Rasse mehrmals den Höhepunkt ihrer Popularität erreichte und auch heute gehört der Collie zu den meistverbreiteten Hunderassen. Der Collie ist ein intelligenter, gelehriger Hund von würdevoller, vornehmer Erscheinung. Er hat eine angeborene Begabung zum Treiben und Hüten von Herden und sein dichtes, langes Fell schützt ihn vor den Unbilden der Witterung."

"Von seinem langhaarigen Vetter (Collie Langhaar) unterscheidet sich der Collie Kurzhaar durch das kurze, etwas harte und anliegende Fell mit dichter, wasserabstoßender Unterwolle. Der Kurzhaarcollie kommt viel seltener vor als der langhaarige Collie."


Old English Sheepdog (Bobtail)

"Der Bobtail ist eine der ältesten Schäferhundrassen, aber sein Ursprung ist nicht genau bekannt. Nach manchen Kynologen muss die Südrussische Owtscharka, vielleicht auch der französische Berger de Brie zu seinen Ahnen gerechnet werden. Der Bobtail ist ein nur mittelgroßer Hund, sieht aber wegen seines reichen, zottigen Haarkleids sehr robust aus. Bobtails werden nicht mit einem Stumelschwanz geboren. Sie wurden bis in die 90iger Jahre kupiert. Darum der Stumelschwanz. Der Bobtail hat eine charakteristische Stimme. Er besitzt ein ruhiges Wesen, ist wachsam, aber nicht scheu, intelligent und sehr kinderlieb."

"Kennzeichen dieser Rasse ist das zottige Haarkleid, das sehr viel viel Pflege erfordert. Der stämmige, kräftige und fast quadratisch gebaute Hund hat einen unverwechselbaren wiegenden Gang."


Shetland Sheepdog (Sheltie)

"Die Shetlandinseln an der Küse Schottlands wiesen eine charakteristisiche Fauna und typische Haustiere auf. Man findet hier Zwergschafrassen und zwergwüchsige Pferde, die Shetland Ponys. Auch die Schäferhunde, die die Herden hüten, sind klein. Der Sheltie oder auch Shetland Sheepdog ist vor langer Zeit auf den Inseln entstanden. Er ist das Resultat von Kreuzungen des Collie vom britischen Festland mit isländischen Hunden (Islandsk Hund), die auch Yakki genannt werden und die von Walfischfängern mitgebracht wurden. Der Sheltie bewachte das Haus, hütete die Schaf- und Ponyherden, hielt das Vieh von kleinen nicht umzäunten Feldern fern. Der ursprünglich uneinheitliche Typ der Shetland-Schäferhunde wurde wurde von 1909 an allmählich vereinheitlicht, die Züchter in Lerwick gründeten den Shetland Collie Club und die Rasse wurde 1914 offiziell anerkannt. Heute hält man den Sheltie eher als Haushund. Er ist ein liebenswürdiger, anhänglicher Hund, der sich aber nicht mit jedem befreundet. Er ist ein guter Wächter, braucht aber reichlich Bewegung, um seinem lebhaften Temperament Genüge zu tun."


Welsh Corgi (Cardigan und Pembroke)

"Schon seit dem 10. Jahrhundert sind in Südwales kurzbeinige Schäferhunde bekannt. Ihr Ursprung kann wahrscheinlich von Hunden abgeleitet werden, die mit den Wikingern auf die Britischen Inseln gelangten. Diese kleinen Hunde hüteten Schaf-, Rinder- und Ponyherden. In Wales gab es seit je her zwei Typen dieser Hunde. Der eine, meist etwas kleinere, hatte einen Stummelschwanz, der andere war etwas größer mit einer waagerecht getragenen, einem Fuchsschwanz ähnelnden Rute. Diese Hunde wurden erst 1925 ausgestellt, aber die beiden Typen wurden nicht unterschieden. 1928 wurde der Welsh Corgi vom englischen Kennel Club als Rasse eingetragen. Später wurden beide Typen getrennt gezüchtet und seit 1934 haben sie ihre selbständigen Standards und dürfen nicht miteinander gekreuzt werden. Der kleinere Typ mit dem Stummelschwanz wird Welsh Corgi Pembroke genannt, der größere mit dem Fuchsschwanz Welsh Corgi Cardigan. Beide Rassen unterscheiden sich auch durch weitere Merkmale voneinander. Der Welsh Corgi Pemproke hat einen etwas ausgeprägteren Stop, ovalere Pfoten und gewöhnlich etwas längeres Haar. Der Welsh Corgi ist liebenswürdig, intelligent, mit einem sehr freundschaftlichen Verhältnis zu Kindern. Der Welsh Corgi Cardigan ist ruhiger als der sehr lebhafte Welsh Corgi Pembroke. Die Popularität beider Rassen nimmt in den letzten Jahren immer mehr zu."